Aktuelle Highlights

Sonntag, 23. Juni 2013

Im ersten Vortrag zeigten uns HELLA BRUMME und EILIKE VEMMER, wie viele wichtige Informationen über historische Rosen in alten botanischen Illustrationen verborgen sein können. Die beiden Vortragenden mussten dem Auditorium nicht vorgestellt werden, aber es war doch Gelegenheit, Eilike Vemmer noch einmal zur Verleihung der „Goldenen Rose von Sangerhausen“ zu gratulieren, mit der sie am Tag zuvor für ihre Verdienste um das Rosarium Sangerhausen durch den Oberbürgermeister von Sangerhausen ausgezeichnet worden war. Hella Brumme, die diese Ehrung im Jahr 2006 erhalten hatte, und Eilike Vemmer haben zusammen Außerordentliches für das Europa-Rosarium geleistet. In ihrem Vortrag „Identifikation historischer Rosen nach alten Rosenbildern“ diskutierten sie die Möglichkeiten, aufgrund der genauen Darstellung alter Rosen in zeitgenössischen Abbildungen historische Rosen in heutigen Gärten zu identifizieren. An eindrucksvollen Beispielen von Rosenbildern Redoutés und dem Kasseler Rosenmaler Salomon Pinhas zeigten sie auf, wie historische Rosen mit unklarer Zuordnung heute näher charakterisiert und identifiziert werden können. Es war unglaublich zu erkennen, welche Information aus diesen Bildern zu erhalten ist und mit welcher Präzision die aus wissenschaftlicher Sicht wichtigen kleinsten Details in den alten Gemälden und Stichen dargestellt sind.

 

ANN VELLE-BOUDOLF aus Belgien führte uns dann wieder in die moderne Rosenzüchtung und lehrte uns alles Wissenswerte in ihrem Vortrag über „Moschatahybriden“. Ann Velle-Boudolf ist eine bekannte Rosenzüchterin und die Nachfolgerin von Louis Lens. Sie stellte die großen Rosenzüchter vor, denen wir die schönen Moschatahybriden verdanken, von Peter Lambert über die Pembertons und Bentalls bis zu Louis Lens. Anhand alter und moderner Rosen arbeitete sie die charakteristischen Merkmale der Moschatahybriden heraus und erfreute das Auditorium mit wunderschönen Bildern ihrer eigenen Züchtungserfolge wie ‘Dinky‘ oder ’Jean Stephenne‘.

 

Der letzte Vortrag an diesem Morgen war gleichzeitig der Abschluss des wissenschaftlichen Programms der Konferenz. PIRJO RAUTIO aus Finnland nahm uns mit in den Norden Europas, wo zahlreiche historische Rosen und seltene Wildrosen gefunden wurden. Pirjo Rautio ist ein aktives Mitglied der Finnischen Rosengesellschaft und Autorin bzw. Herausgeberin einer Reihe von Rosenbüchern. Am bekanntesten ist „Suomen Ruusut“ (Die Rosen Finnlands). In ihrem Vortrag „Historische Rosen in Finnland“ zeigte sie an ausgewählten Beispielen wie Rosa x francofurtana, die in Finnland „Kirchhofsrose“ genannt wird, dass in alten Gärten häufig historische Rosen zu finden sind, die aber bis in die 1980er Jahre wenig untersucht wurden. Mit außergewöhnlich eindrucksvollen Fotografien, meist am natürlichen Standort aufgenommen, belegte sie das Vorkommen alter Kulturrosen (Gallicas und Damaszener-Rosen) und verschiedener Wildrosen-Kreuzungen wie die Spinosissima-Hybride ’Mittsommerrose‘ oder Rugosa-Hybriden. Zahlreiche Findlinge (noch) unbekannter Herkunft bereichern das Sortiment. Durch das Engagement von Pirjo Rautio wurde dieser möglicherweise unterschätzte Schatz alter und unbekannter Rosen in Finnland in eindrucksvoller Weise ins Licht gerückt.

 

Fazit: In den Vorträgen und Diskussionen während der dreitägigen Konferenz war eine Fülle von wunderschönen Rosen, spektakulären Ansichten von Rosengärten, neuen Fakten zu historischen Rosen und außergewöhnlichen Methoden für ihre Identifizierung zu verarbeiten. In exzellenten Präsentationen mit anschaulichen Fotografien, alten Gemälden, interessanten Geschichten und anrührenden Legenden war auf unvergessliche Weise ein Gesamtbild der Welt der historischen Rosen entstanden und damit ein überzeugendes Votum für die Notwendigkeit, diese dauerhaft zu erhalten.