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Historische Rosen

Die Sammlung und Bewahrung der Historischen Rosen ist ein besonderes Anliegen des Europa-Rosariums. Leider sind im Laufe der Jahrhunderte weltweit zahlreiche dieser Rosen wieder verschwunden.  Häufig ist auch die genaue Identifikation und Zuordnung dieser Rosen schwierig.

Deshalb handelt es sich bei den Historischen Rosen im Europa-Rosarium um besonders gehütete Schätze, auf deren typische Merkmale im Folgenden eingegangen wird.

Gallicarosen

’Belle Isis’ (Parmentier um 1845)

Gallica-Rosen wurden schon in der Antike kultiviert und gelten als älteste Gartenrosen.  Obwohl die Wildrosenart R. gallica L. wahrscheinlich aus dem Kaukasus stammt, erhielt sie irrtümlich den Namen „R. gallica“ – „französische Rose“. In Frankreich erlangten Gallica-Rosen große Verbreitung, so wurden sie dort wegen ihrer pharmazeutischen Eigenschaften geschätzt und auch zur Herstellung von Rosenöl genutzt. Typisch für die meist kompakt wachsenden Gallica-Rosen sind die borstige Bestachelung sowie die mattgrüne Belaubung. Die oft duftenden Blüten variieren von rosa zu purpurviolett. Wegen ihrer Robustheit und Frosthärte finden heute noch zahlreiche Gallica-Rosen in Liebhabergärten Verwendung, im Europa-Rosarium befinden sich etwa 130 verschiedene Gallica-Rosen.

Albarosen = Weiße Rosen

Rosa x alba var. maxima HORT. ’Maxima’

Bereits in der Antike wurden Albarosen von den Griechen und Römern angebaut. Um die Abstammung der Albarosen herrschte lange Zeit Unklarheit. Heute nimmt man an, dass sie von Vertretern der Hundsrosen sowie einer Gallica abstammen. Wie der Name schon aussagt, bestimmen vor allem weiße und hellrosa Farbtöne die oft lieblich duftenden Blüten, das Laub ist meist graugrün. Albarosen sind oft kräftige, sehr winterharte Sträucher mit einer Höhe von bis zu 3m, welche sich sehr gut als Solitärsträucher, auch für leicht schattige Gartensituationen, eignen.

Damaszenerrosen

’Blush Damask’ (Unbekannt vor 1806)

Auch die Abstammung der Damaszenerrosen blieb lange Zeit im Verborgenen. Genetische Untersuchungen besagen, dass die asiatischen Wildrosenarten R. moschata und R. fedtschenkoana sowie auch R. gallica an der Entstehung der Damaszenerrosen beteiligt waren. Von den Mittelmeerländern gelangten die Damaszenerrosen über römische Siedler und später über die Kreuzfahrer nach Mitteleuropa. Man unterscheidet die einmal blühenden Sommer-Damaszerner und die nachblühenden Herbst-Damaszener. Typische Damaszenerrosen erreichen Höhen von bis zu 3m, die Triebe sind oft mit zahlreichen Hakenstacheln besetzt. Neben ihren oft phantastischen, stark duftenden Blüten, wurden Vertreter der Damaszenerrosen auch bei der Herstellung des wertvollen Rosenöls geschätzt.

Portlandrosen

’Mme. Boll’ (Boll 1843)

Aus einer Kreuzung einer Herbstdamaszener und einer Gallicarose entstanden in England des 18. Jahrhunderts die Portlandrosen. Wegen ihres Vermögens mehrfach zu blühen, waren viele Portlandrosen im 19. Jahrhundert sehr populär. Typisch für viele Portlandrosen sind die sehr kurzen Blütenstiele, auf denen die meist rosa bis violetten Blüten nur wenig über das Blattwerk hinausragen.  Auf Grund ihres kompakten Wuchses von etwa 1,20m eignen sich Portlandrosen auch für kleinere Gartensituationen.

Zentifolien und Moosrosen

’D´Arcet’ (Robert 1851)

Auch die Zentifolien haben eine sehr komplexe Entwicklungsgeschichte, welche bis heute nicht vollständig geklärt ist. Der Name R. x centifolia L. bezieht sich auf die starke Blütenfüllung und bedeutet „Hundertblättrige Rose“. Typisch sind der lockere Wuchs, die zahlreichen Stacheln und Borsten sowie die langen Kelchblätter, welche die Blütenknospen überragen. Die meist stark duftenden Blüten variieren von weiß, rosa bis zu dunkelviolett. Besonders in Holland wurden ab dem 16. Jahrhundert Zentifolien wegen ihrer Schönheit auf zahlreichen Gemälden verewigt. Moosrosen sind aus Mutationen der Zentifolien entstanden. Sie sind also bis auf die „Bemoosung“ der Kelchanlagen, welche aus dicht beieinander stehenden Drüsen besteht, genetisch gleich.

Der Übergang zu den Modernen Rosen

Bengalrose ’Old Blush’ (Parsons vor 1796)

Mit der Einführung von Bengal- bzw. China-Rosen entstanden zahlreiche neue Rosenklassen, wie die Bourbon-, Noisette-, Tee- und Remontantrosen. Revolutionär dabei waren neue Farbtöne, Duftkomponenten und das Vermögen zuverlässig öfter zu blühen. Mit dem Aufkommen der Teehybriden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dann endgültig die Epoche der Modernen Rosen eingeläutet.