Aktuelle Highlights

Deutsche Genbank Rose

Einführung

Der Aufbau der Deutsche Genbank Zierpflanzen begann mit der Gründung der Deutschen Genbank Rose im Jahr 2009 im EUROPA-Rosarium Sangerhausen als erstem Teilnetzwerk. Dieses nationale Genbanknetzwerk besteht aus einzelnen sammlungsspezifischen Netzwerken. Weitere Partner sind die Deutsche Genbank Rhododendron, die Genbank für samenvermehrende Arten sowie das Netzwerk Pflanzensammlungen der Liebhabergesellschaften. Die Deutsche Genbank Zierpflanzen wird vom Koordinierungszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordiniert.

 

Quelle: BMELV-Nationales Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen (Stand Juni 2012)

Gemeinsames Ziel ist es, die enorme Vielfalt der Zierpflanzen für die Zukunft zu sichern. Allein in Mitteleuropa befinden sich derzeit ca. 80.000 Arten und Sorten im Standardsortiment der Händler. Die außerordentliche Bedeutung des EUROPA-Rosariums Sangerhausen, als weltgrößter Rosensammlung, erschließt sich durch den Sammlungsbestand von über 8.300 Rosensorten und Wildarten.

Die Stadt Sangerhausen erteilte dem EUROPA-Rosarium bereits im Jahr 2005 das unbefristete und freie Mandat zur Etablierung einer Rosengenbank mit der dazugehörigen Referenzsammlung. Innerhalb eines seitens des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördertem Modell- und Demonstrationsvorhabens (2004-2007) wurden die funktionalen Voraussetzungen zur Gründung der Deutschen Genbank Rose geschaffen. Das Land Sachsen-Anhalt teilfinanziert über zeitlich und monetär eng begrenzte Folge-Projekte die Stabilisierung des Genbanknetzwerkes. In den letzten Jahren konnten EU-Fördergelder aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) eingeworben werden. Für eine nachhaltige Festigung der Genbank Rose entsprechend nationaler und internationaler Qualitätsstandards müssen jedoch dringend offene Fragen der Dauer-Finanzierung durch Bund und Länder geklärt werden.

Vertraglich festgelegte Ziele der Deutschen Genbank Rose sind:

  1. die Sammlung und Erhaltung der genetischen Ressourcen bei der Rose in wissenschaftlicher, langfristig abgesicherter, nachhaltiger und kosteneffizienter Art und Weise und dies unter besonderer Berücksichtigung von
     - deutschen Sorten,
     - Sorten mit soziokulturellem, lokalem oder historischem Bezug zu
        Deutschland,
     - Sorten und Wildarten mit wichtigen gartenbaulichen Merkmalen für
        Forschungs- und Züchtungszwecke
    dabei wird der Echtheitsüberprüfung von Rosensorten und -wildarten höchste Priorität beigemessen.
  2. die Förderung der Nutzung durch Charakterisierung, Evaluierung und Dokumentation sowie durch Bereitstellung von Vermehrungsmaterial und damit verbundene frei verfügbare Daten
  3. die Nutzung von Synergien und gegenseitige Unterstützung bei allen Fragen der Sortimentserhaltung und des Sammlungsmanagements;
  4. die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit bei Schulungen, Weiterbildungs­veranstaltungen, in der Öffentlichkeitsarbeit und in Projekten;
  5. die Unterstützung der Umsetzung des Nationalen Fachprogramms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen in Deutschland als Bestandsteil der Deutschen Genbank Zierpflanzen und
  6. die Unterstützung internationaler Zusammenarbeit und Mechanismen sowie Übereinkommen mit Bezug zur Biodiversität wie z.B. des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD) und des Internationalen Vertrags zu Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR).

Organisation

  1. Die Deutsche Genbank Rose besteht aus juristischen und natürlichen Personen, die sich im Rahmen zu einem Netzwerk zusammenschließen.
  2. Das Netzwerk besteht dabei aus sammlungshaltenden (SP) und unterstützenden (UP) Partnern sowie der BLE. Innerhalb des Netzwerkes wird die Zusammenarbeit der Partner durch das EUROPA-Rosarium (ERS) der Stadt Sangerhausen koordiniert.
  3. Die Deutsche Genbank Rose tritt nach außen unter dem gemeinsamen Logo der Deutschen Genbank Zierpflanzen auf.
  4. Die Sammlung der Deutschen Genbank Rose besteht aus Sammlungsteilen der SP, die von der Koordinationsstelle ERS als Gesamtbestand der Deutschen Genbank Rose dokumentiert werden. Die bestehenden Eigentumsverhältnisse an den Sammlungsteilen ebenso wie etwaige bestehende Nutzungsrechte bleiben unberührt.
  5. Eine Teilnahme der Deutschen Genbank Rose am Rechtsverkehr und somit jedes rechtsgeschäftliche Handeln nach außen ist ausgeschlossen. Dementsprechend wird auch keinem Partner die rechtsgeschäftliche Vertretung der Deutschen Genbank Rose übertragen.
  6. Ausschließlich für die Aufnahme von neuen Partnern  wird vereinbart, dass die Deutsche Genbank Rose für den Abschluss der entsprechenden Beitrittsvereinbarungen allein durch  die Koordinationsstelle ERS vertreten wird; die Koordinationsstelle ERS führt die erforderlichen Vertragsverhandlungen durch; Änderungen und Ergänzungen der Vereinbarung bedürfen jedoch vorab der schriftlichen Zustimmung aller bereits vorhandener SP und der BLE.
  7. Eine fachlich-wissenschaftliche Beratung der Deutschen Genbank Rose erfolgt durch den noch zu gründenden Fachbeirat der Deutschen Genbank Zierpflanzen.
  8. Die Einbindung der Deutschen Genbank Rose in die Deutsche Genbank Zierpflanzen erfolgt durch  die Koordinationsstelle ERS.
  9. Die Einbindung der Deutschen Genbank Rose in die weitere nationale sowie in die internationale Zusammenarbeit erfolgt durch die Koordinationsstelle der Deutschen Genbank Zierpflanzen, das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der BLE.

 

Die Aufnahme des Deutschen Rosariums GRF in Dortmund als Sammlungserhaltender Partner in die Deutsche Genbank Rose im Jahr 2011 ist ein wichtiger Meilenstein für die Festigung des bestehenden Genbanknetzwerkes. Mit einem Sammlungsbestand von über 2.200 Rosensorten und –arten hat Dortmund das zweitgrößte Rosarium Deutschlands. Ende des Jahres 2012 wurde eine Vereinbarung mit dem Bundessortenamt als weiterer Sammlungserhaltender Partner geschlossen. Das Bundessortenamt kann einen Bestand von rund 1.300 Sorten vorweisen. Weitere Institutionen und Privatpersonen werden der Deutschen Genbank Rose als Sammlungserhaltende oder Unterstützende Partner beitreten.

 

Als ersten Schritt legte das Europa-Rosarium im Februar des Jahres 2012 nach sorgfältiger Prüfung seinen Sammlungsbestand von ca. 1.740 Sorten deutscher Züchter auf mehr als 2.200 Standorten im Rosarium für die Deutsche Genbank Rose fest. In diesem Jahr werden in Abstimmung mit dem Deutschen Rosarium Dortmund ausgewählte Sorten dieser Sammlung  in den Bestand der Genbank aufgenommen. Weiterhin wird über die Koordinationsstelle gegenwärtig der Abgleich des dokumentierten Sortenbestandes des Bundessortenamtes durchgeführt, um eine aussagekräftige Basis für die künftige Definition von Akzessionen dieser Institution als Genbankbestand zu erhalten.

 

Innerhalb der Deutschen Genbank Rose findet die sogenannte Materialübertragungsvereinbarung (MTA) Verwendung, wenn Pflanzenmaterial aus dem Genbank-Bestand für Forschung, Züchtung oder Ausbildung abgegeben wird. Für alle anderen Verwendungszwecke erfolgt die Abgabe ohne weitere Bedingungen. Ein großer Teil der Sorten ist unabhängig davon frei im Handel erhältlich.

 

Für weitere, detaillierte Informationen nutzen Sie bitte die im Downloadbereich hinterlegten Dokumente und den persönlichen Kontakt.

Ansprechpartner Koordinationsstelle EUROPA-Rosarium:

Gerhild Schulz
Koordinationsstelle Genbanknetzwerk Rose
Telefon: 03464 579594
Telefax: 03464 578739
E-Mail: europa.rosarium(at)stadt.sangerhausen.de
                gerhild.schulz(at)stadt.sangerhausen.de

 

Adresse:

EUROPA-Rosarium Sangerhausen

Steinberger Weg 3

06526 Sangerhausen

Ansprechpartner Bundesanstalt wir Landwirtschaft und Ernährung (BLE):

Matthias ZieglerReferent für pflanzengenetische Ressourcen
Telefon: +49 (0)228 6845.3517
Telefax: +49 (0)228 6845.3105
E-Mail: matthias.ziegler@ble.de

Sarah Sensen
Sachbearbeiterin für pflanzengenetische Ressourcen
Telefon: +49 (0)228 6845.3543
Telefax: +49 (0)228 6845.3105
E-Mail: sarah.sensen(at)ble.de

Adresse:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

Rahmenbedingungen

Im "Nationalen Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturpflanzen" des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) wurden die Rahmenbedingungen und zentralen Aufgaben Deutschlands auf dem Gebiet der pflanzengenetischen Ressourcen festgelegt. In einer grundlegend aktualisierten Version fanden die geänderten Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie Erfahrungen und Fortschritte aus der bisherigen Umsetzung Berücksichtigung.

Das Nationale Inventar PGRDEU ist für die zentrale Dokumentation  der pflanzengenetischen Ressourcen landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Arten in Deutschland verantwortlich.

Die Materialübertragungsvereinbarung (MTA) soll den Zugang zu pflanzengenetischen Ressourcen erleichtern. Sie ist ein Instrument zur nationalen Anerkennung und Umsetzung internationaler Verpflichtungen, die sich aus dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD), dem Internationalen Vertrag zu Pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (ITPGR) und weiteren internationalen und nationalen Rahmenbedingungen ergeben. Für den Bereich Zierpflanzen wurde die im Downloadbereich einsehbare MTA im geringen Umfang angepasst.