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Freitag, 21. Juni 2013

Der Freitagvormittag begann mit dem Vortrag „Rosengärten in Italien” von HELGA BRICHET. Sie war Präsidentin der WFRS von 1997-2000 und ist eine bekannte und geachtete Spezialistin für historische Rosen. Ihr außergewöhnlich schöner Rosengarten bei San Terenziano in Umbrien mit mehr als 600 historischen Rosen wird alljährlich von Rosenfreunden aus der ganzen Welt besucht. Viele dieser Rosen hat sie selbst im Mittleren und Fernen Osten gesammelt. Sie zeigte uns in großartigen Bildern die schönsten Rosengärten in Italien und führte uns in die Geschichte der Rosenkultur in Italien ein. Sie spannte den Bogen von den antiken Gärten der Römer über das Mittelalter und die Renaissance bis in die heutige Zeit. Ein einzigartiger Reigen von traumhaften Gartenansichten und wunderschönen Rosen.

 

PAUL ZIMMERMANN (USA) war ursprünglich als der nächste Redner vorgesehen, aber leider konnte er nicht kommen. Glücklicherweise nahm jedoch der Präsident der WFRS, Steve Jones (USA) an der Konferenz teil, und er hielt den Vortrag mit dem Titel „Historische Rosen in Amerika – Neubeginn in einer neuen Welt“. Er machte uns mit der Geschichte der historischen Rosen in der Neuen Welt vertraut, zeigte uns die wichtigsten Rosen der amerikanischen Rosenzüchter und gab mit neuen Belegen viele Anregungen zur Debatte um die ersten prähistorischen Rosenfunde, den Ursprung der ‚Grünen Rose‘ und die Entstehung der ‚Noisette-Rosen‘. Außerdem berichtete er über die verheerende Rosen-Rosettenkrankheit, die eine neuartige Bedrohung für die amerikanische Rosenzucht darstellt. Es ist eine Viruskrankheit, die von einer kleinen Gallmilbe verbreitet wird, für die es derzeit keine Bekämpfungsmöglichkeit gibt.

 

PATRICIA CAVALLO und DOMINIQUE MASSAD sprachen anschließend über “Nabonnand Rosen”. Patricia Cavallo ist die Urenkelin von Marie Nabonnand und die Vorsitzende der Vereinigung ‘Friends of Nabonnand Roses’, deren Zielsetzungen sie in ihrem Vortrag erläuterte. Dominique Massad ist ein Rosenzüchter, der für wunderschöne Neuheiten bekannt ist wie z.B. ‚Les Eglantelles‘, eine Gruppe von Rosen mit außergewöhnlichen, gewellten und verdrehten Blütenblättern. In ihrem gemeinsamen Vortrag gaben sie uns einen tiefen Einblick in die Geschichte der großen Nabonnand-Dynastie von Rosenzüchtern anhand ihrer wunderschönen Rosenzüchtungen. Außerdem erläuterten sie die Bemühungen der Vereinigung ‘Friends of Nabonnand Roses’ um die Wiedererweckung und Erhaltung dieses wertvollen Erbes.

 

Der letzte Vortrag an diesem Tag wurde von ODILE MASQUELIER gehalten, sie sprach über „Historische Persönlichkeiten, nach denen Rosen benannt wurden“. Odile Masquelier ist Gründerin und erste Präsidentin der Gesellschaft für alte Rosen in Frankreich (Roses Anciennes en France). In ihrem Buch „La Bonne Maison“ hat sie ihren wunder­schönen Garten der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie brachte uns in ihrem Vortrag auf sehr einfühlsame Weise die ergreifenden Schicksale von drei Frauen nahe, die in besonders schönen Rosen verewigt wurden. ‘Comtesse du Cayla‘, eine von Guillot 1902 eingeführte China-Hybride, ist ein üppig blühender Busch. Die Namenspatronin Zoe du Cayla war „Die letzte Favoritin“ des französischen Königs Louis XVIII. ‘Duchesse de Berry‘ ist eine 1820 von Vibert eingeführte Gallica. Sie trägt den Namen der wichtigsten Mäzenin Redoutés, der es gelungen war, in den Wirren der Revolution von 1830 die Aquarelle „Les Roses“ von Redouté in Sicherheit zu bringen. ‚Lady Waterlow‘ ist eine kletternde, frisch rosa Teerose, eingeführt von Nabonnand, die an die Gattin von Sir Sidney Hedley Waterlow erinnert. Das Paar war bekannt für seine Wohltätigkeit, auf ihrem Besitz „Villa Monterey“ bei Cannes traf sich die Welt des Adels im ausgehenden 19. Jahrhundert.