In Sangerhausen wurden während der zurückliegenden rund einhundert Jahre von Gärtnern und Rosenfachleuten fast 8.300 verschiedene Rosen zusammengetragen. Darunter sind Wildrosen aus den natürlichen Verbreitungsgebieten der Gattung Rosa L., vor allem aber Rosensorten aus vielen Ländern und kulturgeschichtlichen Epochen.
Die Zahl neuer Sorten nimmt ständig zu, da die Rosen intensiv züchterisch bearbeitet werden. Gleichzeitig geraten alte Sorten und historische Rosen in Vergessenheit oder gehen verloren, wenn sie nicht systematisch gesammelt und lebend erhalten werden. Mit der Pflege des öffentlich zugänglichen und touristisch gut erschlossenen Parks, in dem die Stadt Sangerhausen ihre einzigartige Rosensammlung präsentiert, leistet sie einen weltweit anerkannten, beispielhaften Beitrag zur Erhaltung der Zierpflanzenvielfalt. Die Erfüllung dieser Aufgabe ist von großer natur- und gesellschaftswissenschaftlicher, erzieherischer und kultureller Bedeutung. Vom Verband der Botanischen Gärten in das Konzept „Nationale Schutzsammlungen“ eingebunden, wird das Europa-Rosarium als Informations- und Kompetenzzentrum für Rosen ausgebaut. Außerdem wird von der hier eingerichteten Rosenforschungsstelle aus der Aufbau und der Betrieb eines dezentralen Genbank-Netzwerkes koordiniert. Zur Information der Besucher sind in einem Rosenverzeichnis die Standorte und Kurzbeschreibungen aller im Europa-Rosarium angepflanzten Rosen aufgeführt. Mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt wurde für das Europa-Rosarium eine umfangreiche Datenbank entwickelt. Über das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wird auf der Internet-Seite http://www.genres.de/zgrdeu bereits über den Rosen-Bestand in Sangerhausen berichtet. Das Modellvorhaben „Beispielhafte Erfassung und Charakterisierung der genetischen Ressourcen von Zierpflanzen anhand der Rose – Errichtung eines Genbanknetzes für die Rose“ wurde von der VDR-Stiftung „Europa-Rosarium Sangerhausen“ initiiert und wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über die BLE gefördert. |