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  Geschichte und Entwicklung des Europa-Rosariums  
 

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Die größte Rosensammlung der Welt wurde 1903 gegründet.
Sie beherbergt über 8.300 Rosensorten und -arten.
Die Vielfalt der Königin der Blumen, vom Altertum bis zur Moderne, wird in einem 12,5 ha großen Rosenpark besonderer Art präsentiert.
Eine einmalige, geordnete Sammlung, von Fachleuten in 100 Jahren zusammengestellt, gewährt Wissenschaftlern, Züchtern und Rosenfreunden Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Rose.

 

     
 

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1883 - 23. September: Gründung des Vereins Deutscher Rosenfreunde (VDR) in Hamburg.
Peter Lambert, Trier, schlägt 1897 auf der VDR-Tagung in Frankfurt am Main vor, ein Vereinsrosarium zu schaffen.
Der Amateurrosengärtner Albert Hoffmann hat 1100 Rosensorten im eigenen Garten.
Er bietet 1897 dem VDR auf der Jahreshauptversammlung in Gotha ein Gelände der Stadt Sangerhausen für ein Vereinsrosarium an. Der Vorschlag wird angenommen.
 

     
 

1898 wurde von einer Kommission der Plan des Gartenarchitekten Friedrich Erich Doerr, Erfurt, ausgewählt.
Er entwirft 1899 den Plan für den ältesten geometrischen Teil im Gelände des Stadtparks an den drei Teichen.

 

     
 

1901 - Sangerhausen und der Verschönerungsverein schließen einen Vertrag zur Überlassung des Geländes im ehemaligen Stadtpark auf 25 Jahre ab.

Der Verschönerungsverein und der VDR treffen eine Vereinbarung, dieses Gelände als Rosarium gemeinsam zu betreiben. Professor Ewald Gnau, als Vorsitzender des Verschönerungsvereins, übernimmt die Organisation.

Peter Lambert, Trier, entwirft 1902 den Plan für die landwirtschaftliche Erweiterung des Rosariums.

Richard Vogel (siehe Bild), Rosengärtner aus Frankfurt am Main, kommt nach Sangerhausen. Er ist der 1. Rosengärtner im Rosarium.

 

     
 

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Am 3. Juli 1903 wird das Rosarium zum Kongress Deutscher Rosenfreunde auf einer Fläche von 1,5 Hektar eröffnet.
Dieses Plakat (rechtes Bild) lud die deutschen Rosenfreunde 1903 zur Eröffnung des Rosariums und zum Rosenkongress ein.

 

     
 

  

Rechtes Bild: Unterteil zur Eröffnung des Rosariums 1903

Linkes Bild: Der Bau des Pavillons erfolgte bereits 1898. Hier ist eine Aufnahme von 1903 mit Professor Gnau, dem Mitbegründer und späteren ehrenamtlichen Leiter des Rosariums.

 

     
 

Auf der Weltausstellung 1908 in Paris ist die Wildrosensammlung des Botanikers Dr. Dieck aus Zöschen angepflanzt; diese kommt 1909 in das Rosarium nach Sangerhausen.
1909 wurde die romantische Heiderösleingruppe (siehe Bild) im Rosarium aufgestellt.

 

     
 

1913 Die Hermenbüste der Kaiserin Auguste Viktoria von Bildhauer Künne, Berlin, wird aufgestellt.
Frau Auguste Vogel aus Sangerhausen stiftet etwa 7.000,- Mark, für die noch 12 Morgen Land zur Erweiterung des Rosariums angekauft werden.

Im Frühjahr 1914 werden auf dem neuen Gelände Bäume und Sträucher, die von einer Lübecker Baumschule gestiftet wurden, angepflanzt.
Die Bronzeplastik „Wasserschöpferin” von Bildhauer A. Künne, Berlin, wird am Röhrgraben aufgestellt.

 

     
 

1919 - Ç der große Findling und heutige Gedenkstein an Prof. Gnau wird zum Rosarium gebracht.
Nach seiner Pensionierung übernimmt Professor Gnau 1922 die geschäftliche Leitung des Rosariums.
1923 - Die Rosenzeitung wird jetzt von Prof. Gnau redigiert.

 

     
 

  

1924 wird der Stein mit der Albert-Hoffmann-Plakette am Scherbelberg aufgestellt.
Max Vogel, Sohn von Richard Vogel, wird 1926 Rosariumsgärtner.
Die Vereinbarung über die Geländenutzung wird bis 1951 verlängert.

1927 plant der VDR ein Rosenforschungsinstitut.
Die erste Deutsche Neuheitenprüfung findet in Sangerhausen statt (siehe Bild rechts).

 

     
 

1933 – Das erstes Rosen- und Heimatfest mit historischem „Großen Festumzug zum 30-jährigen Jubiläum” in der Rosenstadt Sangerhausen.

 

     
 

1933 - Prof. E. Gnau lehnt das Gleichschaltungsgesetz ab und legt offiziell seine Arbeit nieder.
Die Zentralstelle für Rosenforschung wird 1935 gegründet; Dr. Harald von Rathlef übernimmt die Leitung.
August Jäger, Uftrungen, vollendet 1936 sein großes Rosenlexikon, das etwa 17.000 Rosen zählt. Die im Sangerhäuser Rosarium vorhandenen Sorten sind besonders vermerkt.
1938 - W. Kordes züchtet die Rosensorte „Sangerhausen”.

 

     
 

1939 - Erweiterung des Rosariums auf 12,5 ha; 5000 Sorten.
1944 - Nach dem Tode von Dr. H. v. Rathlef übernimmt Rosariumsinspektor M. Vogel die Leitung des Rosariums.
1947 - Das Sortiment des Rosariums wird vermehrt. Die Jungpflanzen und die Bibliothek des VDR werden als Reparationsleistung zum Aufbau von Rosarien in die UdSSR nach Moskau, Leningrad und Kiew geschickt.
1948 bis 1951 - Das Rosarium wird unter städtische Verwaltung gestellt.
1949 - Max Vogel ist gestorben; danach übernimmt Diplom-Gartenbauinspektor Hans Vonholdt die Leitung.

 

     
 

1950 - Gartenbauingenieur Paul Täckelburg übernimmt die Betreuung des Rosariums.
1952-1955 - Das Rosarium ist dem Sortenamt für Nutzpflanzen unterstellt. Der Botaniker Dr. h. c. Kurt Wein (Nordhausen) arbeitet an einer Neuordnung und Neubestimmung der Wildrosen.
1953 - Anläßlich des 50-jährigen Jubiläums wird eine Freilichtbühne im Rosarium errichtet.
1955 - Eine Gedenkplakette für Prof. Gnau wird am Stein auf dem Alpinum angebracht.

 

     
 

1960 - Das Rosenlexikon von A. Jäger wird auf Initiative des Rosariums herausgegeben.
1964 - Zur Neu- und Umgestaltung des Rosariums wird ein Ideenwettbewerb für Gartenarchitekten durchgeführt. Die Entwürfe werden angekauft.
1965 als besondere Attraktion - ein weißer Hirsch im Gehege des Rosariums.
1969 - Auf dem Erweiterungsgelände wird der erste Teil des Schaugartens nach den Wettbewerbsvorschlägen angelegt.

 

     
 

1971 - Der letzte Junisonntag hat sich als "Tag der Rose" eingebürgert. Im Herbst wir im ältesten unteren Teil des Rosariums ein Springbrunnen in Betrieb genommen.
1972 - Ein Belegschaftsgebäude, Garagen, Toilette, Geräte- und Lagerschuppen werden gebaut.
1973 - Eine Waldschenke mit Selbstbedienung und überdachten Tischen für etwa 140 Gäste ist eingerichtet.
1976 - Dipl.-Gartenbauinspektor Hans Vonholt geht in den Ruhestand. Gartenarchitekt, BdA, Ingomar Lang übernimmt die Leitung des Rosariums.

 

     
 

1977 - Ein Parkplatz an der Wegseite des Rosariums entsteht., der Stadtparkzugang Steinberger Weg wird neu gestaltet, Beleuchtungseinrichtungen werden im Rosarium geschaffen, Pflanzschalen und Informationsschilder werden aufgestellt. Das Berg- und Rosenfest wird erstmals mit Feuerwerk und großer Parkillumination "Fest der 1000 Lichter" gefeiert.
1978 - Der Zweierteich wird saniert und eine Uferterrassenmauer gebaut, der ehemalige Pfennigteich wird zum Eingangsplatz umgestaltet, die Wolfsschlucht durchforstet. Die Pelikan-Plastikgruppe von Bildhauer K. Voigt, Halle, wird aufgestellt.
1979 - Im Schaugarten wird ein neuer Gartenteil (III. Quartier) für 600 Rosensorten angelegt. Eine Ausstellungshalle wird erbaut.

 

     
 

1980 - Der Dreierteich wird entschlammt. Der Verband Bildende Künstler Halle, Sektion Bildhauer, führt eine Ausstellung "Plastik und Rosen" im Bereich der "Großen Wiese" durch. Diese soll im Rhythmus von 3 Jahren wiederholt werden. Die "Kniende" von P. Michael, Halle, wird angekauft.
1981 - Sondergarten "Entwicklung der Gartenrosen" wird angelegt. Gartenbauingenieur Paul Täckelburg geht in den Ruhestand und Gartenbauingenieurin Hella Brumme übernimmt die Betreuung der Rosensammlung.
1982 - Rund 700 Rosenpflanzen in ca 350 Sorten infolge starker Frostschäden ausgefallen. André Brunel, Chef-Rosengärtner des zweitgrößten Rosariums der Welt, Roseaie de l´Hay-les-Roses in Sceaux bei Paris, besucht das Rosarium Sangerhausen.

 

     
 

1983 - Ein neues Kassenhaus wird gebaut und der Eingangsbereich neu gestaltet. Eine Stützmauer mit schmiedeeiserner Umzäunung wird am Zugangsweg im Stadtpark-Scherbelberg errichtet. Die Bronzeplastik "kleiner Junge" von M. Traub, Halle, wird angekauft.
Bei Bauarbeiten am Röhrgraben wird die Hermenbüste der Kaiserin Auguste Viktoria wieder aufgefunden. Sie erhält zunächst einen Standort am Eingang der Wolfsschlucht. Die Rosenfachleute aus dem Moskauer Botanischen Garten besuchen das Rosarium.
1984 - Die Broschüre "Die Bäume und Sträucher im Rosarium Sangerhausen", bearbeitet von Paul Täckelburg, ist erschienen.

 

     
 

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1985-87 - Neu- und Umgestaltung des ca. 1 ha großen, unteren Gartenteils. Dieser Gartenteil ist den Rosenzüchtungen der DDR gewidmet. 3000 Rosen in 150 Sorten geben einen Überblick über 40 Jahre Rosenzucht der DDR.
2,5 ha Erweiterungsfläche in Richtung Neubaugebiet Othaler Weg werden dem Rosarium zugesprochen. Die Plastik "Uhu und Esel" von Bildhauer W. Dreysee, Quedlinburg, wird angekauft.

 

     
 

1990 - Das Rosarium erhält mit der Vereinigung wieder gesamtdeutsche Bedeutung. Erhaltung und weiterer Ausbau wird auf dem 2. Europäischen Rosenkongress gefordert.
Ein Informations- und Lesepavillon wird eingerichtet.
1991 - Um den Lesepavillon entsteht ein mediterraner Garten.
1993 - Das Rosarium wird zum Europa-ROSARIUM und Sangerhausen zur Rosenstadt des VDR ernannt.

 

     
 

1998 - Ein Projekt für die weitere Entwicklung des Rosariums wird vom Landschaftsarchitekturbüro Dane, Weimar, erarbeitet. Dipl.-Gartenbauingenieur Ingomar Lang geht in den Ruhestand und Dipl.-Gartenbauingenieurin Hella Brumme übernimmt die Leitung des Rosariums.
1999 - 10.000 Frühblüher werden gepflanzt.

 

     
 

2001 - Die Hermenbüste der Kaiserin Auguste Viktoria von Bildhauer Künne, Berlin, kommt an ihren ursprünglichen Standort.
Der historische Pavillon wurde mit Unterstützung des Fördervereins und der Stiftung des VDR restauriert.

 

     
 

  

2002 - Umbau der Wolfsschlucht.
Erste Sondergärten, ein Jubiläumsgarten und ein ADR-Garten, entstehen.
Sortiment ist auf über 8.300 verschiedene Rosen angewachsen.
2003 - Neuer Eingangsbereich von der Beyernaumburger Straße.
Neue Hauptachse mit Gartentraum-Laden und Bistro wird eingeweiht.
Zwei neue Themengärten.

 

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